Kann man den Psychotherapeuten alles erzählen?

Lange galt es als Fehler, wenn Therapeuten während einer Sitzung Persönliches von sich erzählten. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass eine Selbstoffenbarung gegenüber dem Patienten einen positiven Effekt auf den Therapieverlauf haben kann. Einem Patienten etwas Persönliches zu erzählen galt lange als Kunstfehler.

Was darf ich meinem Therapeuten nicht sagen?

Absolut tabuisiert werden vor allem das Thema Selbstbefriedigung und das Interesse an pornographischen Büchern, Zeitschriften, Filmen und Videos. Selten geäußert werden außerdem Fantasien, die sich auf die Sexualität des Therapeuten oder auf Intimitäten zwischen Klient und Therapeut beziehen.

Hat ein Therapeut immer Schweigepflicht?

Psychotherapeut:innen unterliegen somit einer strengen Schweigepflicht, die nicht erlischt (ebda). Die Verpflichtung zur Geheimhaltung gilt grundsätzlich auch gegenüber Angehörigen der Klient:innen, Behörden, Polizei, anderen Therapeut:innen sowie Ärzt:innen.

Was dürfen Therapeuten weiter erzählen?

Für den Therapeuten besteht Anzeigepflicht von bestimmten Straftaten (Mord, Totschlag, Raub, Brandstiftung), von Wiederholungsgefahr und im Rahmen der Aufklärung von Kapitalverbrechen. Nicht immer liegen die Fälle so eindeutig.

Was mögen Psychotherapeuten nicht?

Psychotherapeut*innen dürfen weder das Vertrauen, die Unwissenheit, die Leichtgläubigkeit, die Hilflosigkeit oder eine wirtschaftliche Notlage von Patient*innen ausnutzen noch unangemessene Versprechungen oder Entmutigungen in Bezug auf den Heilerfolg machen.

Wann muss ich zum Psychologen?

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Was sollte in der Therapie auf keinen Fall geschehen?

Was sollte in der Therapie auf keinen Fall geschehen? Therapeuten sollten ihre eigenen Probleme nicht in die Therapie bringen. Sie dürfen zwar über sich und ihre Erfahrungen und Gefühle sprechen, das kann sogar helfen, die Beziehung zum Patienten zu stärken.

Soll ich mich bei meinem Therapeuten entschuldigen?

Entschuldigen Sie sich nicht für emotionale Reaktionen . Eine Therapie kann eine emotional anstrengende Erfahrung sein, da Sie Ihre Emotionen oft auf eine tiefe, intime, ehrliche und reflektierte Weise erforschen und ausdrücken müssen. Es ist normal, emotional auf bestimmte Themen zu reagieren, die während Ihrer Sitzung mit Ihrem Therapeuten zur Sprache kommen können.

Wie spricht man mit einem Therapeuten über Gefühle?

Seien Sie ehrlich und offen

Es ist ein vertraulicher und vorurteilsfreier Raum, in dem Sie ehrlich darüber sprechen können, wie Sie sich fühlen, was Sie denken und welche Erfahrungen Sie in der Vergangenheit gemacht haben. Sogar Dinge, die Ihnen Unbehagen bereiten oder Ihnen Angst machen, können – und sollten – besprochen werden. Dies ist die Zeit und der Ort, um dem Prozess zu vertrauen.

Wann bricht ein Therapeut die Therapie ab?

Ein hinreichender Grund für eine fristlose Kündigung eines bestehenden Behandlungsvertrags durch Sie als Therapeut dürfte nur dann vorliegen, wenn der Patient Sie oder Ihre Mitarbeiter tätlich angreift, massiv beleidigt oder in der Praxis randaliert.

Was darf man trotz Schweigepflicht erzählen?

Sofern nicht explizit anders geregelt, dürfen Sie über Ihre Tätigkeit, Aufgaben oder auch Ihr Gehalt erzählen. Entscheidend ist, dass Sie keine der oben genannten persönlichen Daten oder schützenswerten Informationen ausplaudern. Solange Sie sich daran halten, sind Sie auf der sicheren Seite.

Was darf man über Patienten erzählen?

Was umfasst die ärztliche Schweigepflicht
  • Der Umstand, dass der Betroffene überhaupt bei dem Arzt in Behandlung war oder ist.
  • Der Name des Patienten.
  • Alle Krankendaten, die zur Patientenakte gehören.
  • Alle Gedanken, Meinungen, familiären, beruflichen und finanziellen Verhältnisse, die der Patient dem Arzt anvertraut hat.

Was sind Behandlungsfehler in der Psychotherapie?

Die Rechtsprechung orientiert sich bei Behandlungsfehlern in der Psychotherapie unter anderem am Behandlungsvertrag. Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn ein Verstoß gegen die Regeln der therapeutischen Kunst vorliegt, das heißt, wenn der Therapeut eine der vertraglichen Pflichten verletzt.

Was erzählt man einem Psychotherapeuten?

Meist wird auch kurz thematisiert, wie sich die Beschwerden entwickelt haben, wie Sie bisher mit den Schwierigkeiten umgegangen sind und ob Sie bereits andere Therapieversuche unternommen haben. Normalerweise wird der Therapeut durch Nachfragen und Kommentare versuchen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Kann ich meiner Therapeutin alles erzählen?

Das Bedürfnis, bestimmte Sachen für sich behalten zu wollen, ist ganz natürlich. Niemand zwingt dich dazu, alles zu erzählen. Doch du solltest nicht vergessen, dass der Sinn einer Therapie ist, dir die Möglichkeit zu geben, jemandem im Vertrauen zu erzählen, was du auf dem Herzen hast.

Gibt es Dinge, die Sie einem Therapeuten nicht erzählen sollten?

Zu den wenigen Dingen, die Sie Ihrem Therapeuten unserer Meinung nach nicht erzählen sollten, gehören die plauderhaften Details Ihres Tages . Vermeiden Sie die vertrauten Themen, zu denen Sie keine großen Gefühle oder tiefen Gedanken haben, und Gesprächsthemen, die Sie verwenden, um andere in ungezwungenen sozialen Situationen zu beruhigen.

Wann dürfen Psychotherapeuten die Schweigepflicht brechen?

Eine Ausnahme von der Schweigepflicht gilt nur, wenn ein Patient sich selbst oder andere gefährdet und der Therapeut Maßnahmen zum Schutz des Patienten oder anderer Menschen als notwendig ansieht.

Wie erkennt man, ob die Therapie nicht wirkt?

Einige klare Anzeichen dafür, dass die Therapie nicht wirkt, sind: Sie fühlen sich von Ihrem Therapeuten verurteilt . Sie verschweigen Ihrem Arzt Informationen aus Angst vor dessen Reaktion. Sie fühlen sich zwischen den Sitzungen ständig schlechter und erhalten keine Hilfsmittel, um das Unbehagen zu überwinden.

Wie viele Patienten brechen die Therapie ab?

Im Durchschnitt wurden Psychotherapien ihren Recherchen zufolge in 12,5 Prozent der Fälle vorzeitig beendet. In früheren Metaanalysen zeigte sich eine enorme Schwankungsbreite: Zwanzig bis fast fünfzig Prozent soll die Rate der Abbrüche betragen.

Ist es normal, sich auf die Therapie zu freuen?

Wenn Sie sich auf die Therapie freuen, ist das ein Zeichen dafür, dass Sie sich öffnen . Und dann beginnt die Therapie wirklich zu wirken und Ihnen zu helfen, große Veränderungen vorzunehmen – wenn Sie dem Prozess gegenüber völlig offen sind. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es eine Weile dauert, bis Sie sich öffnen und Ihrem Therapeuten vertrauen. Das ist Teil des Prozesses.

Sollten Sie Ihrem Therapeuten peinliche Dinge erzählen?

Sie sollten sich frei fühlen, mit Ihrem Therapeuten über alles zu sprechen, was Sie möchten , sagt Nicole Ernst, eine zugelassene Psychotherapeutin bei Grow Therapy. „Die Therapie ist ein sicherer Ort, um Ihre Gedanken und Gefühle zu teilen, daher gibt es nichts, was in der Therapie ‚nicht‘ angesprochen werden sollte“, sagt sie.

Wie trösten Therapeuten?

So kann sich eine Therapeutin beispielsweise bewusst entscheiden, mit tiefer, ruhiger Stimme zu sprechen, um ihren Patienten zu beruhigen oder zu trösten, oder ein Therapeut kann sich bewusst leicht nach vorn beugen, um Interesse, Anteilnahme, Verbundenheit auszudrücken.

Warum kann ich mich in der Therapie nicht öffnen?

Wenn sie in der Vergangenheit negative Erfahrungen mit Therapeuten gemacht haben, kann es sogar noch länger dauern, bis sie sich sicher fühlen. Geringes Selbstwertgefühl : Manche Klienten haben Schwierigkeiten, sich zu öffnen, weil ihr Selbstwertgefühl sie daran hindert, sich mit ihren eigenen Gefühlen wohl zu fühlen.

Kann ich mit meinem Therapeuten über meine Periode sprechen?

Wir sprechen am liebsten über die Menstruation, wenn sie mit Schmerzen oder Fruchtbarkeit zusammenhängt . Dies sind zwar nützliche Untersuchungsthemen in der Therapie, aber der Menstruationszyklus kann jedes Mal, wenn er auftaucht, Auswirkungen haben, nicht nur in diesen Zusammenhängen.

Wann darf ein Therapeut die Therapie beenden?

Zunächst gilt grundsätzlich, dass Sie jede Therapie zu jedem Zeitpunkt beenden können, wenn Sie dies für notwendig halten. Sinnvollerweise sollte dies aber erst dann erfolgen, wenn es Ihnen spürbar besser geht oder wenn Sie gelernt haben, anders als bisher mit Ihren Beschwerden umzugehen.

Kann ein Psychotherapeut jemanden krankschreiben?

Im Gegensatz zu ihren ärztlichen Kollegen dürfen Psychologische Psychotherapeuten weder Arznei- und Heilmittel verordnen noch ihre Patienten zu einem Facharzt über- oder in ein Krankenhaus einweisen oder krankschreiben.