Kann Erbe Kontoauszüge verlangen?

Hat der Pflichtteilsberechtigte gegen den Erben einen Anspruch auf Vorlage von Belegen (z.B. Kontoauszüge)? § 2314 BGB regelt das Recht des Pflichtteilsberechtigten vom Erben über den Bestand des Nachlasses Auskunft zu verlangen. Dies geschieht in Form eines privatschriftlichen oder notariellen Nachlassverzeichnisses.

Kann ich als Miterbe Kontoauszüge verlangen?

Liegt der Bank ein Nachweis für Ihre Erbenstellung vor, haben Sie gegenüber der Bank einen Auskunftsanspruch. Gemäß § 666 BGB i.V.m § 675 Abs. 1 und § 1922 BGB ist das Kreditinstitut nun verpflichtet, Auskunft zu erteilen.

Kann ein Pflichtteil Erbe die Kontoauszüge verlangen?

Der Pflichtteilsberechtigte muss sich aber auch nicht mit der bloßen Auskunft des Erben zufriedengeben. Er hat insbesondere das Recht, sämtliche (vollständigen) Kontoauszüge Sparbücher und andere Bankunterlagen innerhalb des Zehnjahreszeitraums einzusehen.

Wer hat Recht auf Kontoauszüge?

Der Schuldner hat als Kontoinhaber gegenüber der Bank einen Anspruch auf Auskunfts- und Rechnungslegung (§ 666 i.V.m. § 675c BGB). Dieser Anspruch wird grds. durch den Kontoauszug erfüllt, mit dem der Kunde über die fortlaufenden Änderungen auf dem Konto informiert wird.

Welcher Kontostand zählt beim Erben?

Welcher Kontostand zählt beim Erben? Bei den meisten erbrechtlichen Fragestellungen ist der Kontostand des Todestages entscheidend. Das gilt zum Beispiel für die Berechnung des Pflichtteils oder auch der Erbschaftsteuer.

Auskunftspflicht des Erben - Was muss über den Nachlass mitgeteilt werden?

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Wann macht sich ein Miterbe strafbar?

Ein Miterbe kann sich strafbar machen, indem er eigenmächtig Vermögenswerte aus dem Nachlass ohne Zustimmung der anderen Erben entwendet oder unterschlägt. Dies könnte den Diebstahl von Bargeld, Schmuck, Immobilien oder anderen wertvollen Gegenständen umfassen.

Wie kann ich als Erbe herausfinden, wo Konten?

Für die Suche nach Konten bei Privatbanken können Sie sich an den Bundesverband deutscher Banken wenden und einen Antrag auf Kontennachforschung stellen. Dabei müssen Sie nachweisen, dass Sie zur Nachforschung berechtigt sind. Legen Sie Ihrem Antrag daher eine Kopie des Erbscheins oder des Testaments bei.

Wer darf Kontoauszüge verlangen?

Sozialbehörden fordern von Personen, die Sozialleistungen beantragt haben, Kontoauszüge für zurückliegende Zeiträume an, beispielsweise um deren Angaben zum Einkommen zu kontrollieren. Nach der Rechtsprechung dürfen Sozialbehörden von Antragstellern Kontoauszüge von bis zu drei Monaten anfordern.

Welche Unterlagen müssen dem Pflichtteilsberechtigten vorgelegt werden?

Gemäß § 2314 Abs. 1 S. 1 BGB hat der Erbe einem Pflichtteilsberechtigten, der nicht Erbe geworden ist, auf Verlangen über den Bestand des Nachlasses Auskunft zu erteilen. Daraus ergibt sich die Verpflichtung des Erben, dem Pflichtteilsberechtigten ein Nachlassverzeichnis vorzulegen.

Kann man ein Erbe verheimlichen?

Die Verschleierung von Erbschaften oder die Umgehung der Testamentsvollstreckung wird strikt geahndet. Hiermit sind beträchtliche rechtliche Konsequenzen verbunden, welche die Erben schwer treffen können. Wer Erbvermögen vorsätzlich verbirgt, setzt sich dem Risiko strafrechtlicher Verfolgung aus.

Was darf vom Pflichtteil abgezogen werden?

Neben Erblasserschulden können vom Erben auch so genannte Erbfallschulden nachlasswert- und damit auch pflichtteilsmindernd ins Spiel gebracht werden. Hierzu gehören unter anderem die Kosten der Beerdigung, Kosten einer Nachlassverwaltung oder gegebenenfalls auch Kosten einer Testamentsvollstreckung.

Hat der Pflichtteilsberechtigte Anspruch auf Belege?

Auf die Vorlage von Belegen (z.B. Kontoauszüge, Rechnungen, Quittungen) hat der Pflichtteilsberechtigte allerdings grundsätzlich keinen Anspruch, weil der Auskunftsanspruch eben keine Pflicht zur Rechenschaftslegung beinhaltet. Das hat das OLG München erst kürzlich wieder bestätigt (OLG München, Urt. v. 23.08.2021, Az.

Wie lange kann die Bank Kontobewegungen zurückverfolgen?

Insgesamt sind Banken verpflichtet, Belege nach § 257 Handelsgesetzbuch für 10 Jahre aufzubewahren. Daher können Sie auf jeden Fall Auszüge bis zu diesem Zeitraum rückwirkend erhalten.

Ist es sicher, einen Kontoauszug einzureichen?

Ja, es ist im Allgemeinen sicher, Ihren Kontoauszug für Kredit- und andere finanzielle Zwecke einzureichen . Beachten Sie jedoch Folgendes: Überprüfen Sie, ob der Kreditgeber oder das Finanzinstitut legitim ist. Reichen Sie die Kontoauszüge nur für Kredit-, Miet- und Rechtszwecke ein.

Kann ich über mein Erbe frei verfügen?

Erblasser ist in seiner Verfügungsbefugnis nicht beschränkt

Nach § 2286 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) wird nämlich ausdrücklich geregelt, dass nach Abschluss eines Erbvertrages oder eines gemeinschaftlichen Testaments das Recht des Erblassers, über sein Vermögen zu verfügen nicht beschränkt wird.

Wann besteht ein Auskunftsanspruch?

Die Voraussetzungen des sich aus § 242 BGB ergebenden Auskunftsanspruchs sind: Zwischen den Parteien besteht eine rechtliche Beziehung. Der Anspruchsteller ist auf die Auskunft angewiesen. Die Auskunftserteilung ist für den Anspruchsgegner zumutbar.

Haben Erben Recht auf Kontoauszüge?

Hat der Pflichtteilsberechtigte gegen den Erben einen Anspruch auf Vorlage von Belegen (z.B. Kontoauszüge)? § 2314 BGB regelt das Recht des Pflichtteilsberechtigten vom Erben über den Bestand des Nachlasses Auskunft zu verlangen. Dies geschieht in Form eines privatschriftlichen oder notariellen Nachlassverzeichnisses.

Was darf ein Pflichtteilsberechtigter einsehen?

Sind Immobilien Teil des Erbes, können die Angaben hierzu zumindest verifiziert werden. Denn Pflichtteilsberechtigte haben Anspruch auf Einsicht in das Grundbuch. Dieses Recht darf ihnen nicht einfach verwehrt werden, wie eine Entscheidung des Oberlandesgerichts ( OLG ) Frankfurt zeigt (Aktenzeichen: 20 W 80/20).

Was darf ein Pflichtteilsberechtigter nicht?

Als Pflichtteilsberechtigtem steht deshalb niemandem das Recht zu, einzelne Gegenstände des Nachlasses vom Erben zu verlangen. Dies gilt auch umgekehrt: Kein Erbe kann verlangen, dass sich ein Pflichtteilsberechtigter statt mit Geld durch die Übergabe einzelner Nachlassgegenstände – z. B. Immobilien, Schmuck, Pkw usw.

Sind Kontoauszüge Pflicht?

Handelsrechtlich gilt § 257 HGB, steuerrechtlich § 147 AO. Folglich ist derjenige, der nach Steuer- oder Handelsrecht zum Führen von Büchern und Aufzeichnungen verpflichtet ist, auch verpflichtet, Kontoauszüge aufzubewahren.

Wer darf den Kontostand abfragen?

Berechtigte Institutionen sind zum Beispiel:
  • Finanzämter.
  • Gemeinden.
  • Jobcenter.
  • Sozialämter.
  • Gerichtsvollzieher und Gerichtsvollzieherinnen.
  • Bafög-Ämter.
  • Unterhaltsvorschussstellen.

Wann muss ich Kontoauszüge vorlegen?

Für Ihre Kontoauszüge gilt: Privatpersonen müssen sich an keine gesetzlich vorgeschriebenen Fristen halten. Das heißt: Theoretisch dürfen Kontoauszüge sofort in den Müll wandern.

Was dürfen Erben einsehen?

Auskunftsanspruch Erbe: So erfahren Sie, wie viel das Erbe wert ist. Um nach dem Erbfall zu erfahren, was zum Nachlass gehört, haben Erben einen Auskunftsanspruch. Sie können jeden befragen, der etwas über das Erbe weiß oder Erbstücke besitzen könnte: Banken, andere Erben, Pfleger und weitere Bekannte.

Wer darf Geld vom Konto eines Verstorbenen abheben?

Ohne Vollmacht sind nur legitimierte Erben dazu befugt, auf das Konto des Verstorbenen zuzugreifen. Dies erfordert einen Erbschein, ein Testament mit Eröffnungsprotokoll oder ein europäisches Nachlasszeugnis. Erben mehrere Personen, können diese nur gemeinsam auf das Konto zugreifen und Geld abheben.

Was passiert, wenn der Erbe nicht ausfindig gemacht werden kann?

Wenn es einem Testamentsvollstrecker letztlich nicht gelingt, einen vermissten Begünstigten oder Erben ausfindig zu machen oder zu kontaktieren, muss er dem Gericht wahrscheinlich eine eidesstattliche Erklärung mit den Einzelheiten seiner Bemühungen vorlegen . Möglicherweise muss er auch beim Nachlassgericht beantragen, das Verfahren fortzusetzen oder den Fall später ohne den Begünstigten oder Erben abzuschließen.

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